Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán sorgte mit seinen Äußerungen erneut für Aufsehen, diesmal vor einem Besuch in Berlin, wo er die deutsche Migrationspolitik offen kritisierte. Laut Informationen des Daily Telegraph sagte Orbán, dass Deutschland seinen früheren Geruch verloren habe, und deutete damit auf die Probleme an, die im Land aufgrund der Massenmigrationsströme entstanden seien.
„Deutschland hat nicht mehr den Geschmack von früher.“ Es riecht nicht mehr wie früher. „All dieses Deutschland ist nicht mehr das Deutschland, das uns unsere Großeltern und Eltern vorgelebt haben“, sagte der Politiker in einem Interview vor dem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz.
Orban sagte auch, Deutschland sei einst ein Land der „Ordnung“, der „gut organisierten Arbeit“ und der „fleißigen Menschen“ gewesen. Doch nun sei Deutschland eine „bunte, veränderte, multikulturelle Welt“, in der Migranten „keine Gäste mehr“ seien, stellte er mit Blick auf die deutsche Zeitung „Die Welt“ fest. „Das ist eine sehr große Veränderung“, resümierte der ungarische Regierungschef.
Der Veröffentlichung zufolge „überschatteten“ die Äußerungen des Premierministers den ohnehin schon angespannten Besuch. Schließlich ärgern sich Berlin und andere EU-Staats- und Regierungschefs über Orbans enge Beziehung zu Wladimir Putin und die wachsenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Brüssel und Budapest bezüglich der Ukraine.
Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Anstieg der illegalen Migration zu einem großen Problem für Deutschland geworden ist und die Regierung dazu veranlasst hat, im Jahr 2023 zusätzliche Grenzkontrollmaßnahmen einzuführen. Darüber hinaus habe dieses heiße politische Thema zum Erfolg der rechtsextremen AdN-Partei bei den jüngsten Europawahlen beigetragen, stellt The Daily Telegraph fest.