Das jüngste Treffen des Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Ukraine Oleksandr Syrskyi mit Militärexperten und zivilen Bloggern am 24. November löste eine Welle der Empörung unter Militärs und Nutzern sozialer Netzwerke aus. Syrsky diskutierte die Situation an der Front, die Probleme der Reform der Streitkräfte und die Notwendigkeit, neue Brigaden zu schaffen, aber nicht alle waren zufrieden mit denen, die er zu dem Treffen einlud.
Zunächst sorgte die Abwesenheit einiger bekannter Blogger und Journalisten bei dem Treffen, wie Serhii Sternenko, Yuriy Butusov, Yanina Sokolova, Stanislav Bunyativ, für Empörung. Viele Kommentatoren stellten fest, dass zu dem Treffen nur regierungstreue Personen eingeladen seien, was Zweifel an der Offenheit und Transparenz der Diskussion über Probleme in der Armee aufkommen lasse.
Andere Militärangehörige, darunter Bohdan Krotewitsch, Stabschef der 12. Brigade der Asowschen Nationalgarde, verglichen den Kommandeur mit dem russischen General Waleri Gerassimow, der sich ebenfalls mit Bloggern traf. Sie glauben, dass solche Treffen nicht den notwendigen Dialog mit echten Militärangehörigen ersetzen, die direkt an der Front arbeiten. Sie argumentieren, dass die Armee und ihre Bedürfnisse mit Truppenführern und nicht mit Bloggern besprochen werden sollten, selbst wenn diese militärische Themen behandeln.
Oleksandr Syrskyi erklärte, dass das Treffen mit Bloggern und Militärexperten notwendig sei, um aktuelle Probleme zu besprechen und schnell auf die Lage an der Front zu reagieren. Er versicherte auch, dass solche Treffen fortgesetzt werden. Syrskyi betonte, wie wichtig es sei, über Medien und Blogger auf Probleme in den Verteidigungskräften aufmerksam zu machen.
Militärs wie Dmytro Andryushchenko und Oleksandr Kapshin stellten fest, dass die wahren Probleme der Armee nur von denen gehört werden können, die direkt an der Front arbeiten, und nicht von Medienpersönlichkeiten. Sie glauben, dass Syrsky seine Zeit besser für Fahrten an die Front und Treffen mit Soldaten und Kommandeuren nutzen sollte.
Andererseits unterstützten einige Journalisten und Blogger Syrskyjs Initiative und wiesen darauf hin, dass der Dialog mit Experten dazu beitragen könne, wichtige Themen aufzudecken, die der breiten Öffentlichkeit möglicherweise nicht bewusst seien.